Rund 200
Besucher kamen am Sonntagmorgen um 10.00 Uhr auf die Felsburg,
um bei der Einweihung unseres Glockenspiels dabei zu sein.
Nachdem unsere Freunde vom Männergesangverein Liedertafel
Felsberg die Veranstaltung eröffnet hatten, begrüßte der 2.
Vorsitzende Thomas Schmidt, die Gäste und informierte sie über
die technischen Details des Glockenspiels.
Die Glocken
sind an zwei Glockenträgern angebracht, die zu Halbkreisen
gebogen sind. Der Radius des großen Kreissegments beträgt 1,50 m
und an ihm sind 10 Glocken befestigt. Der Radius des kleinen
Segments beträgt 0,64 m und daran hängen 5 Glocken.
Die kleinste
Glocke wiegt 8,9 Kilogramm und hat einen Durchmesser von 167 mm.
Die größte wiegt 21,5 Kilo bei einem Durchmesser von 287 mm.
Insgesamt hängen an den Halterungen 202,4 Kilogramm Metall.
Rechnet man die 5 % Abbrand hinzu, kommt man auf ein Gewicht von
212,52 Kilo Metall, welches für die Herstellung der Glocken
benötigt wurde.
Die
Glockenspiel-Apparatur besteht aus 15 elektromagnetisch
arbeitenden Innen-Anschlagwerken. Auf dem vorhandenen Eprom (das
ist so zu sagen das Gedächtnis des Glockenspiels) sind derzeit
22 Lieder gespeichert.
Bei den
vorhandenen Liedern haben wir uns für bekannte Volks- und
Heimatlieder entschieden. Darunter ist neben dem Hessenlied auch
das Lied „Treulich geführt ziehet dahin" (Brautchor aus Lohengrin)
Dieses Lied wurde deshalb ausgesucht, weil auf unserer schönen
Felsburg jetzt auch standesamtliche Trauungen möglich sind.
Die
Schlosskapelle St. Pankratius bietet eine romantische
mittelalterliche Kulisse und wenn die Brautpaare nach der
Trauung im Burginnenhof stehen, weiße Tauben in den Himmel
aufsteigen und das Glockenspiel erklingt, ist das sicher ein
einmaliges unvergessliches Erlebnis.
Aber das
Glockenspiel soll nicht nur bei Hochzeiten erklingen. Für einen Euro, der der Arbeit des Burgvereins zugute kommt, können Besucher während der Öffnungszeiten der Burg ein Lied erklingen lassen.
Kassierer
Reiner Schnitzerling ließ in einem kurzen Rückblick den
Werdegang des Glockenspiels von der Idee im Jahr 2000 bis zur
Vollendung am 10. September 2006 Revue passieren. In diesen 6
Jahren galt es einige Hürden zu überwinden und es war nicht
immer einfach. Der Standort wurde heftig diskutiert, der
Ideengeber Manfred Schaake und der Unterstützer Heiner Maifarth
legten ihre Vorstandsämter nieder, ein Lärmgutachten musste
erstellt werden und so weiter und so weiter. Das Projekt war
einige Male in Gefahr zu scheitern, aber wir haben es dennoch
geschafft, auch wenn es etwas länger gedauert hat und einige
schon nicht mehr daran geglaubt haben.
Schriftführerin Renate Braun stimmte mit Auszügen aus Friedrichs
Schiller „Die Glocke“ auf die bevorstehende Glockenweihe ein.
Der erste Vorsitzende des Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und
Heimatvereins Roland Petrowsky überbrachte die besten Wünsche
vom Gesamtverein. Bürgermeister Klaus Stiegel richtete im Namen
der städtischen Gremien und der Sponsoren Grußworte an die
Anwesenden und zeigte sich erfreut über diese weitere Attraktion
für Felsberg und die Felsburg.
Im Anschluss
daran hielten Pfarrer Braun und Pfarrer Werner gemeinsam einen
kleinen ökumenischen Gottesdienst ab, in dem Pfarrer Werner die
Wahl des Glockenspielstandorts als gelungen bezeichnete.
Felsberg liegt auf dem bekannten Pilgerpfad „Jakobsweg“ und das
Glockenspiel auf der Burg ist eine weitere Station für die „Pilgerer“.
Nachdem Pfarrer Braun die Glocken gesegnet hatte, erklangen sie
zum ersten Mal offiziell auf der Felsburg.
Alle
Anwesenden waren sich einig, dass es eine schöne gelungene Feier
war und dass das Glockenspiel eine Bereicherung für Felsberg und
die Felsburg ist.
Der
Burgverein bedankt sich besonders bei Herrn Michael Kranixfeld,
der Firma Rincker sowie der Firma Singer für die gute
Zusammenarbeit und ganz herzlich bei den 20 Spendern, die mit
ihren großen und kleinen Spenden dazu beigetragen haben, das
Projekt Glockenspiel in dieser Form zu verwirklichen. Auf einer
Bronzetafel, die unterhalb des Glockenspiels angebracht wurde,
sind die Firmen und Privatpersonen verzeichnet, die eine größere
Summe gespendet haben.
Vergessen
wollen wir aber auch nicht die treuen Seelen des Burgvereins,
die im Vorfeld der Feier alle Hände voll zu tun hatten, um dies
alles möglich zu machen.
Vielen Dank
dafür!